Über Standards Bedeutung von DATANAUT als Zusatzlösung im ERP-Bereich

Heutzutage gibt es den Trend, Kunden wieder mehr in den Bereich des Standards zu führen oder sie zumindest daran anzunähern. Was jedoch dieser Standard sein soll, wie er definiert ist oder worauf er fußt - das ist in jeder Hinsicht offen.

Um diese Fragen zu beantworten folgt eine einfache Analyse.

ERP-Standards und ihre Vor- und Nachteile

Der definierte Standard im Sinne eines ERP-Systems legt nahe, dass ein Unternehmen sich zunächst auf den begrenzten Raum der Möglichkeiten einlassen wird, die das ERP seiner Wahl bietet. Gleichzeitig leistet das System, soweit technisch sauber implementiert, einen klaren Rahmen an eben diesen Möglichkeiten.

Wenn der Funktionsraum absehbar nicht ausreicht, muss man naturgemäß anfangen, auf Zusatzlösungen zu setzen - oder verzichten. Tritt diese Erkenntnis im Laufe der Zeit ein, bleiben die gleichen Optionen oder der Wechsel auf ein anderes, besseres System. Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht, den Anbieter der ERP zu bewegen, den Standard sozusagen zu erweitern.

Die Wünsche des Unternehmens können allerdings nicht als Standard bezeichnet werden. Ein Standard wäre etwa eine übereinkommende Annahme der meisten Unternehmen darüber, was eine ERP grundsätzlich leisten muss. Dies wären beispielsweise die Möglichkeiten, Rechnungen zu drucken - an solchen Standards hat sicher niemand Zweifel. Die Frage, ob eine ERP eine Auftragsimportschnittstelle braucht oder eine QS-Lösung beinhaltet, ist aber nicht eindeutig mit dem Begriff Standard zu vereinbaren.

Grundsätzlich muss eine ERP auch nicht die Möglichkeit bieten, dass Kunden selber Lösungen mit der ERP implementieren können. Vielen Unternehmen reicht es schon, bestimmte Einstellungen vornehmen zu können. Klar ist aber, dass der Trend seit längerer Zeit in die Richtung geht, die Möglichkeit des Customizings am eigenen ERP-System zu haben. Ein bestimmter, kundenspezifischer Prozess wird es aber nicht in einen allgemeinen Standard schaffen, es sein denn, er beinhaltet eine Innovation.

Eigene Erwartungen, auf welcher Annahme sie auch basieren mögen, werden allerdings auch schnell zum Standard erklärt - je nach Blickwinkel. Einige Daten zu Kundenwünschen und Standards auch im Anhang (Microtech Studie 2013).

Standard – ERP im Alltag

Als modernes und dynamisches Unternehmen will man oft Regeln in Prozesse gießen und damit eigene Standards setzen um Ziele zu erreichen.

Implementiert man diese Art von Standards durch individuelle Business-Prozesse, kann man so seine Unternehmensziele durchbringen. Die Ziele müssen allerdings auch organisatorisch-funktionell von Software unterstützt werden, um in Erfüllung zu gehen. Hier kommt wieder die ERP mit ihren Standards ins Spiel. Naturgemäß kann selbst die beste ERP-Software die Zielerfüllung nicht alleine leisten, die Software muss zumindest aber die Fähigkeit besitzen, Prozesse dahin gehend zu unterstützen oder sie sogar gänzlich automatisiert abzubilden.

Man muss sich dann fragen, ob das mit dem aktuellen ERP-System gehen kann. Also heute, für den aktuellen Bedarf. Aber was ist mit morgen, in einem oder in fünf Jahren?! Und geht das Gewünschte dann auch immer so, wie es das Unternehmen gerade will, zu angemessenen Kosten, sind die Änderungen reversibel, weiter anpassbar. Ein weiterer Aspekt ist zudem die Frage, inwieweit meine Wünsche den ERP-Standard des Anbieters berühren, wenn andere einen anderen Wunsch haben.

Interessant ist auch die Definition von Standard im Hinblick auf Wünsche Ihres Unternehmens, also ob Ihre Wünsche wirklich Standard und demnach konform sind. Das können Sie leicht daran messen, wie oft andere Kunden die von Ihnen eingebrachten Änderungen nutzen und wie oft Ihre Anpassungen in neuen Releases noch verfügbar sind. Nutzen andere Kunden diese Änderungen nicht oder werden Ihre Anpassungen bei einem Update gerne mal vergessen, ist das wahrscheinlich nur Ihr Standard - aber nicht der der ERP-Software, noch weniger des Anbieters und schon gar kein allgemeiner Standard.


 ERP als führende IT-Software im Sinne des StandardsWird eine ERP das Gewünschte im "Standard" nicht leisten und will sich das Unternehmen aber ebenfalls nicht einschränken, nützt der eben noch hoch gehaltene ERP-Standard also nichts - denn dieser ist nun aufgelöst, weil auf das nicht vorhandene Funktionsportfolio der Unternehmens-ERP beschränkt - da wo jetzt die Lücke klafft. Der Standard wird dann hier zur Null-Nummer, er existiert nicht (mehr).

Standards als solches werden damit nicht in Frage gestellt, doch gibt es im Kontext von Software und auch im Alltag erhebliche Unterschiede in der Auslegung des Begriffs.

Bei genauer Betrachtung gibt es übrigens kein einziges System am Markt, das dermaßen "Standard" ist, dass es alle Anforderungen von allen potentiellen Unternehmen unterstützten würde. Also auch die Anforderungen, die das Unternehmen einst hatte oder haben wird. Die an einer Hand abzählbaren Anbieter, die diesem "Standard" tatsächlich sehr nahe kommen, lassen sich das Angebot daher auch teuer bezahlen.

Eine SAP-Einführung ist deshalb so teuer und komplex, weil es quasi nichts als ein umfassender Customization-Prozess ist. Der "Standard" besteht hier eben darin, letztlich die Kundenwünsche durch individuelle Anpassungen umzusetzen. Am Ende bekommt der Kunde seinen Standard - aber eben keinen im Allgemeinen, der nicht über die wirklichen Standards hinausgeht. Ein wirklicher Standard wäre, welche Bestandteile eine Rechnung aufzuweisen hat - eine ERP, die aber keine Rechnung richtig drucken kann, sollte sich auch nicht so nennen.

Und weil jeder Kunde anders ist und sein will, ist jede neue Inbetriebnahme sehr aufwändig und daher auch jedes Mal sehr teuer.

Selbstverständlich sind natürlich Branchenlösungen näher am "Standard" als branchenfremde Lösungen, hier sind die Kriterien aber eher generischer Natur, weil sie sich mehr auf gemeinsamen Annahmen aufsetzen. Somit sind Branchenstandards erfüllt, aber vielleicht nicht die des Unternehmens, wenn sie darüber hinausgehen.

Nutzen des aktuellen ERP-Systems angesichts der Vor- und Nachteile

Eine Neuanschaffung der ERP ist für viele Unternehmen oft keine Lösung, da sich alle Wünsche meist nicht erfüllen lassen. Hohe Kosten schrecken zudem viele Unternehmen vor einer Umstellung ab, auch wenn es dem Anschein nach auch bessere Systeme als das aktuelle ERP-System gibt.

Kaufen Sie ein neues System, werden viele Dinge vielleicht besser, einige alte Probleme werden möglicherweise bleiben - eventuell kommen neue Probleme hinzu. Vielleicht bringen Sie ihren ERP-Anbieter aber auch dazu, Ihre Wünsche und Standards in sein System zu übernehmen.

Ein ERP-System einzusetzen ist Vertrauenssache, sowohl bei der Entscheidung vor dem Kauf, als auch im Betrieb. Bewerten Sie die Zuverlässigkeit des Anbieters in den Punkten, die Ihnen wichtig sind und schauen Sie, ob es laufend Verbesserungen gegeben hat. Sind Wünsche umgesetzt worden, ist die Anwendung stabil, wie ist der Support, ist das System zukunftssicher?

Bewerten Sie auch, welche Vorteile Sie mit dem aktuellen System haben, auch wenn es Nachteile gibt. Kaufen Sie durch ein anderes System die Vorteile mit, die Sie jetzt haben, oder werden fehlende Vorteile zu den Nachteilen des neuen Systems?

Keine Frage, es gibt viele Gründe ein System zu wechseln, aber meist auch viele, es weiter zu nutzen.

Was der Anbieter an Funktionen nicht bieten kann, darauf verzichtet man oder man macht es selbst. Aber nur, weil der Anbieter etwas aus "Ihrem Standard" in den seinen aufnimmt, heißt das noch lange nicht, dass Sie damit auch morgen noch zufrieden sind und der Anbieter übermorgen noch bereit ist, weitere Anpassungen vorzunehmen.

Alternative Lösungen

Workflows anzupassen oder neu abzubilden, Datenauswertungen nach eigenen Kriterien zu erstellen, Schnittstellen in Fremdsystemen erstellen zu können. Solche Dinge sind das Maß an Freiheit, welches ein Unternehmen benötigt, um wachsen zu können.

Bietet die ERP-Software diese Möglichkeit nicht im Standard, benötigen Sie andere Software, die Ihnen dabei hilft, Lösungswünsche durchzubringen.

So können funktionelle Lücken des ERP geschlossen werden und benötigte Prozesse durch individuelle Module ergänzt werden. Die Kosten liegen hier zumeist auch weit unter den Kosten einer Neuanschaffung des ERP-System und die gewünschten Ziele werden schneller erreicht.

 

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